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PriceLabs vs. Beyond vs. Wheelhouse: Der Praxis-Vergleich

PriceLabs, Beyond oder Wheelhouse? Ehrlicher Vergleich der Pricing-Tools für Ferienwohnungen — Preise, Kriterien und Break-even-Rechnung.

· 8 Min. Lesezeit · Von Mika Wille

Die Kurzantwort: Wenn du tiefe Regelwerke willst (Preisuntergrenzen, Mindestaufenthalte, Lückentage-Steuerung) und planbare Fixkosten bevorzugst, nimm PriceLabs — damit arbeite ich selbst in allen Projekten. Wenn du ein Tool suchst, das nur bei tatsächlichen Buchungen kostet, ist Beyond mit seinem 1-%-Modell der Kandidat. Wheelhouse sitzt dazwischen und lässt dich zwischen Fixpreis und Umsatzbeteiligung wählen. Dieser Artikel legt die belegten Preise und Kriterien nebeneinander — und rechnet dir vor, ab welchem Umsatz welches Preismodell günstiger ist.

Eine Sache vorab, weil sie für die Einordnung wichtig ist: Ich arbeite in meinen Projekten mit PriceLabs — von meinen eigenen zwei Ferienwohnungen bis zu Mandaten mit mehreren Häusern. Beyond und Wheelhouse habe ich für diesen Vergleich anhand der offiziellen Preisseiten, Dokumentationen und Funktionslisten eingeordnet, nicht aus eigenen Projekten. Wo ich etwas nicht aus der Praxis beurteilen kann, schreibe ich das dazu.

Welche Kriterien entscheiden über das richtige Pricing-Tool?

Fünf Kriterien entscheiden in der Praxis über die Toolwahl — und der Algorithmus ist keines davon. Alle drei Tools berechnen aus Marktdaten brauchbare Preisvorschläge; die Unterschiede liegen im Drumherum:

  1. PMS-/Channel-Manager-Kompatibilität. Das wichtigste Kriterium überhaupt. Ein Pricing-Tool, das nicht sauber an dein Property-Management-System andockt, ist wertlos — egal wie gut der Algorithmus ist. Prüfe vor allem, ob neben Preisen auch Mindestaufenthalte übertragen werden.
  2. Preismodell: fix oder prozentual. 19,99 US-Dollar fix pro Inserat oder 1 % vom Buchungsumsatz — was günstiger ist, hängt allein von deinem Umsatz pro Inserat ab. Die Break-even-Rechnung folgt weiter unten.
  3. Datenlage im DACH-Markt. Alle drei Anbieter kommen aus den USA. Wie gut die Marktdaten für dein Alpental oder deine Ostseegemeinde sind, siehst du erst, wenn du die Preisvorschläge in der Testphase gegen deine Erfahrung laufen lässt — pauschale Aussagen dazu wären unseriös.
  4. Mindestaufenthalts- und Gap-Features. Der größte Umsatzhebel liegt oft nicht im Nachtpreis, sondern in Regeln für Mindestaufenthalte und Buchungslücken. Wie tief das Regelwerk geht, unterscheidet die Tools stärker als die Preisberechnung selbst.
  5. Sprache und Support. PriceLabs bietet seine Oberfläche auch auf Deutsch an; bei Beyond und Wheelhouse solltest du damit rechnen, auf Englisch zu arbeiten. Für manche ist das egal, für andere ein Ausschlusskriterium.

Falls du noch grundsätzlich klären willst, ob dynamische Preise für dich sinnvoll sind: Der Einstieg von der Saisonpreisliste zum Tool ist im Artikel über dynamische Preise für Ferienwohnungen Schritt für Schritt beschrieben.

PriceLabs, Beyond und Wheelhouse im Überblick

Die Tabelle fasst die belegbaren Fakten zusammen — Preise jeweils von den offiziellen Preisseiten, abgerufen im Juli 2026:

KriteriumPriceLabsBeyondWheelhouse
PreismodellFix pro Inserat (alternativ 1 % Umsatz)1 % des BuchungsumsatzesWahlweise: 1 % Umsatz (Pro Flex) oder fix (Pro Flat)
Preis (Stand Juli 2026)19,99 USD/Inserat/Monat in Europa, Staffelrabatt ab dem 2. Inserat1 % der Buchungen im Abrechnungsmonat1 % (mind. 2,99 USD/Monat) oder 19,99 USD/Inserat/Monat, 16,99 USD ab 10 Inseraten
Kostenlos testen30 Tage, ohne KreditkarteKeine Vorab- oder Onboarding-Gebühren, Abrechnung nur bei BuchungenKostenloses Konto zum Testen der Einstellungen, ohne Kreditkarte
Mindestaufenthalts-/Gap-RegelnSehr tief: gestaffelte Min-Stay-Regeln, Orphan-Gap-Automatik, Check-in-SteuerungVorhanden; Tiefe in der Testphase prüfenVorhanden; Tiefe in der Testphase prüfen
Smoobu-AnbindungJa, offiziellJa, offiziellJa, offiziell
Meine ProjekterfahrungJa, laufende MandateNein, nur Doku-RechercheNein, nur Doku-Recherche

Alle drei Anbieter rechnen in US-Dollar ab — auch für europäische Kunden. Je nach Wechselkurs und Zahlungsanbieter kommt also eine kleine Schwankung obendrauf.

PriceLabs: das Tool mit dem tiefsten Regelwerk

PriceLabs ist ein Dynamic-Pricing-Tool, das neben der reinen Preisberechnung ein ungewöhnlich detailliertes Regelwerk mitbringt: Preisuntergrenzen und -obergrenzen, bis zu drei gestaffelte Last-Minute-Mindestaufenthalts-Regeln, automatische Absenkung des Mindestaufenthalts für Buchungslücken und Steuerung der Check-in-Tage. Es kostet in Europa 19,99 US-Dollar pro Inserat und Monat mit Staffelrabatt ab dem zweiten Inserat; alternativ gibt es ein Modell mit 1 % des Buchungsumsatzes (Stand Juli 2026).

Aus der Praxis kann ich sagen: Der Wert von PriceLabs steckt weniger im Preisvorschlag für den einzelnen Tag als in diesem Regelwerk. In einem Mandat mit sechs Ferienhäusern im Stubaital haben wir Preisuntergrenzen, saisonale Mindestaufenthalte und Lückentage-Steuerung komplett neu aufgesetzt — vorher blieb ein großer Teil der Nächte in unbuchbaren Kalender-Löchern liegen, seitdem ist auch die Nebensaison ausgelastet. Wie diese Gap-Regeln im Detail funktionieren, habe ich im Artikel über Lückentage und Mindestaufenthalte beschrieben.

Auch bei meinen eigenen zwei Wohnungen am Möllner See läuft PriceLabs — in Kombination mit Smoobu als Channel-Manager. Die wöchentliche Kontrollroutine (Belegung prüfen, Events eintragen, Ausreißer korrigieren) bleibt trotzdem Pflicht; genau diese Routine übernehme ich im laufenden Revenue Management auch für Mandanten.

Die ehrliche Grenze: PriceLabs ist mächtig, aber nicht selbsterklärend. Wer nur einen Schalter umlegen will, wird von den vielen Einstellungen eher erschlagen — und ein schlecht konfiguriertes PriceLabs ist nicht besser als eine gepflegte Saisonpreisliste.

Beyond: bezahlen nur, wenn gebucht wird

Beyond (früher Beyond Pricing) ist ein Dynamic-Pricing-Tool mit einem reinen Erfolgsmodell: Laut der offiziellen Support-Seite berechnet Beyond standardmäßig 1 % der Buchungen, die im jeweiligen Abrechnungsmonat eingehen — ohne Vorab- oder Onboarding-Gebühren (Stand Juli 2026).

Das Modell hat einen psychologischen Vorteil: In Monaten ohne Buchungen zahlst du nichts, und der Anbieter verdient nur mit, wenn du verdienst. Die Kehrseite: Je besser dein Umsatz, desto teurer wird das Tool — ausgerechnet dann, wenn es am wenigsten zusätzlichen Nutzen stiftet. Für umsatzstarke Objekte ist 1 % schnell mehr als ein Fixpreis (Rechnung unten).

Transparenz: Ich habe Beyond in keinem Projekt im Einsatz gehabt. Funktionsumfang und Datenqualität kann ich deshalb nicht aus der Praxis bewerten — die Anbindung an Smoobu und gängige PMS existiert offiziell, und der Funktionskatalog deckt die üblichen Bausteine (Basispreis, Saisonalität, Mindestaufenthalte) ab. Ob dir das Regelwerk reicht, findest du nur im eigenen Test heraus.

Wheelhouse: flexibel zwischen fix und prozentual

Wheelhouse ist ein Dynamic-Pricing-Tool, dessen Besonderheit die Wahlfreiheit beim Preismodell ist: Pro Flex kostet 1 % des Umsatzes (mindestens 2,99 US-Dollar pro Monat), Pro Flat kostet 19,99 US-Dollar pro Inserat und Monat — ab 10 Inseraten 16,99 US-Dollar (Stand Juli 2026). Du kannst also klein mit dem Prozentmodell starten und später auf den Fixpreis wechseln, wenn dein Umsatz das rechtfertigt.

Interessant ist Wheelhouse damit vor allem für Einsteiger mit unsicherer Auslastung: In schwachen Monaten kostet Pro Flex fast nichts, und das kostenlose Konto erlaubt es, Marktreport und Einstellungen ohne Kreditkarte anzuschauen. Ab etwa 10 Einheiten wird der Staffelpreis von 16,99 US-Dollar pro Inserat rechnerisch attraktiv.

Auch hier volle Transparenz: Wheelhouse habe ich in keinem Mandat betrieben. Die Smoobu-Integration ist offiziell dokumentiert — Preise werden täglich an Smoobu übertragen und von dort an die Portale verteilt. Die Tiefe der Mindestaufenthalts- und Gap-Steuerung solltest du im Test gezielt gegen deine Anforderungen prüfen.

Break-even: Ab wann ist fix günstiger als 1 %?

Die Faustregel: Bei rund 2.000 US-Dollar Buchungsumsatz pro Inserat und Monat kosten Fixpreis und 1-%-Modell gleich viel — darüber ist fix günstiger, darunter prozentual. Denn 1 % von 2.000 USD sind 20 USD, fast exakt der Fixpreis von 19,99 USD bei PriceLabs oder Wheelhouse Pro Flat.

Beispielrechnung (frei gewählte Werte, Wechselkurs außen vor): Nehmen wir eine Ferienwohnung mit 120 € Nachtpreis.

  1. Hauptsaison-Monat: 22 belegte Nächte × 120 € = 2.640 € Umsatz. Das 1-%-Modell kostet 26,40 €, der Fixpreis rund 20 € — fix gewinnt.
  2. Nebensaison-Monat: 8 belegte Nächte × 120 € = 960 € Umsatz. Das 1-%-Modell kostet 9,60 € — prozentual gewinnt.
  3. Aufs Jahr gerechnet entscheidet der Durchschnitt: Liegt dein Jahresumsatz pro Inserat über etwa 24.000 USD (rund 2.000 USD im Monatsmittel), fährst du mit dem Fixpreis günstiger.

Ehrlicherweise ist der Unterschied bei einer einzelnen Wohnung überschaubar — es geht um die Größenordnung von 100 bis 200 € im Jahr. Bei 10 oder 25 Einheiten multipliziert sich die Differenz aber, und dann lohnt die Rechnung wirklich. Wichtiger als die Toolkosten ist ohnehin, was das Tool aus deinem Kalender herausholt: Eine einzige zusätzlich gefüllte Buchungslücke pro Monat zahlt jedes der drei Tools locker.

Welches Tool passt zu welcher Situation?

Die Empfehlung hängt an Portfoliogröße, Umsatz und daran, wie viel Kontrolle du willst:

  • Eine Wohnung, Einstieg, unsichere Auslastung: Beyond oder Wheelhouse Pro Flex — du zahlst nur, wenn gebucht wird, und lernst das Prinzip ohne Fixkosten kennen.
  • Eine bis fünf Wohnungen, solider Umsatz, Anspruch an Steuerung: PriceLabs. Der Fixpreis ist ab durchschnittlichem Umsatz günstiger, und das Regelwerk für Mindestaufenthalte und Lücken ist der eigentliche Hebel.
  • Vermieter mit Wochenend- und Kurzbuchungsgeschäft: PriceLabs — die Gap- und Check-in-Steuerung ist genau für zerklüftete Kalender gebaut.
  • 10 und mehr Einheiten: PriceLabs mit Staffelrabatt oder Wheelhouse Pro Flat (16,99 USD ab 10 Inseraten) durchrechnen; ab 50 Einheiten bei allen Anbietern nach Volumenkonditionen fragen.
  • Wer gar nicht selbst steuern will: Das Tool ist dann zweitrangig — entscheidend ist, wer es konfiguriert und wöchentlich kontrolliert. Die Grundlagen dazu stehen im Leitfaden zum Revenue Management für Ferienwohnungen.

Und die Grenze, die für alle drei gilt: Kein Tool kennt deine Kostenstruktur, deine geplante Renovierung oder das Dorffest, das in keinen Marktdaten auftaucht. Wer dem Algorithmus blind vertraut und nie in den Kalender schaut, merkt Fehlkonfigurationen erst, wenn ein ganzer Sommer zu billig verkauft ist. Preisuntergrenze setzen und wöchentlich kontrollieren — das bleibt bei jedem Tool deine Aufgabe.

Fazit: Integration schlägt Algorithmus

PriceLabs, Beyond und Wheelhouse liegen preislich nah beieinander — die Entscheidung fällt über das Preismodell (fix ab rund 2.000 USD Monatsumsatz pro Inserat, sonst prozentual), die Anbindung an dein PMS und die Tiefe des Regelwerks. Meine Projekterfahrung spricht für PriceLabs; Beyond und Wheelhouse sind auf dem Papier seriöse Alternativen, die ich aber nicht aus eigenen Mandaten beurteilen kann. Dein nächster Schritt: Prüfe zuerst, welche der drei Anbindungen dein PMS offiziell unterstützt, und starte dann mit genau einem Tool eine kostenlose Testphase, in der du die Preisvorschläge zwei Wochen lang nur beobachtest.

Häufige Fragen

01Was kostet PriceLabs?

PriceLabs kostet in Europa 19,99 US-Dollar pro Inserat und Monat, ab dem zweiten Inserat mit Staffelrabatt. Alternativ gibt es ein umsatzbasiertes Modell mit 1 % des Buchungsumsatzes. Die ersten 30 Tage sind kostenlos, ohne Kreditkarte (Stand Juli 2026).

02Was ist der Unterschied zwischen PriceLabs, Beyond und Wheelhouse?

Alle drei berechnen dynamische Preise aus Marktdaten. Der größte praktische Unterschied ist das Preismodell: PriceLabs rechnet standardmäßig fix pro Inserat ab, Beyond nimmt 1 % des Buchungsumsatzes, Wheelhouse lässt dich zwischen Fixpreis und 1 % wählen. Dazu kommen Unterschiede bei Regelwerk-Tiefe und PMS-Anbindungen.

03Kann ich später das Pricing-Tool wechseln?

Ja. Alle drei Tools sind monatlich kündbar und schreiben Preise nur in dein PMS oder deinen Channel-Manager — deine Buchungen und Kalender bleiben davon unberührt. Beim Wechsel musst du allerdings dein Regelwerk (Untergrenzen, Mindestaufenthalte, Saisonprofile) im neuen Tool neu aufbauen.

04Welches Pricing-Tool ist das beste für eine einzelne Ferienwohnung?

Bei einer Wohnung mit solidem Umsatz ist ein Fixpreis-Modell (PriceLabs oder Wheelhouse Pro Flat, je 19,99 US-Dollar pro Monat) meist günstiger als 1 % vom Umsatz. Entscheidender als der Preis ist aber, ob das Tool sauber an dein PMS angebunden ist — das prüfst du am besten in der kostenlosen Testphase.

05Funktionieren die Tools mit Smoobu?

Ja, alle drei: PriceLabs, Beyond und Wheelhouse bieten jeweils eine offizielle Smoobu-Integration. Die Tools schreiben Preise (und je nach Anbindung auch Mindestaufenthalte) in Smoobu, und der Channel-Manager verteilt sie an Airbnb, Booking.com und deine Website.

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